Im Vordergrund ein Feld von dunklen Silizium-Solarzellen vor mehreren Windkraftanlagen, die in den blauen Sommerhimmel ragen.

Erneuerbare weiter im Aufwind

Bundesweit wie auch in Brandenburg hat die Windenergie im letzten Jahr ihre Führungsrolle bei der Stromerzeugung ausgebaut; die Photovoltaik legte ebenfalls deutlich zu.

Der Ausbau der Windenergie in Deutschland ist 2024 gut vorangekommen. Zum Jahresende waren an Land rund 29.800 Windenergieanlagen mit 63.500 Megawatt (MW) Leistung am Netz und erzeugten erneuerbaren Strom. Die installierte Erzeugungsleistung wuchs über das Jahr um 2.558 MW. Dieser so genannte Netto-Zubau blieb jedoch unter dem des Jahres 2023 (3.038 MW).

Den höchsten Netto-Zuwachs erzielte im Ländervergleich Nordrhein-Westfalen (624 MW), vor Schleswig-Holstein (469 MW), Niedersachsen (424 MW) und Brandenburg (335 MW). Die Windparks in der Nord- und Ostsee sind in diesen Zahlen nicht enthalten. Die Zahlen stammen aus dem Marktstammdatenregister, in dem alle netzgekoppelten Stromerzeuger registriert sind; sie wurden von der Bundesnetzagentur Anfang Januar veröffentlicht.

Das Windenergieplus gilt als energiepolitischer Erfolg der Ende 2024 zerbrochenen Bundesregierung. Die Windenergie an Land habe „ihre Führungsrolle als wichtigster Energieträger im deutschen Strommix“ weiter ausgebaut, lobte im Januar bei der Vorstellung der Ausbauzahlen der Bundesverband Windenergie (BWE).

Erneuerbarer Anteil am Strommix wächst

An Land produzierte Windenergie war damit wichtigster Energieträger für Stromerzeugung in Deutschland. Die über das Jahr produzierte Windstrommenge lag laut Bundesnetzagentur bei knapp 112 Milliarden Kilowattstunden. Da 2024 jedoch ein windarmes Jahr war, wurde trotz Zubaus von Anlagen weniger Windstrom produziert als 2023.

Der bundesweite Anteil von Windstrom an der Stromerzeugung lag nach Angaben der Bundesnetzagentur bei knapp 26 Prozent. Insgesamt kamen die Erneuerbaren 2024 bereits auf 59 Prozent Anteil.

In Brandenburg, eines der führenden Bundesländerbei Windenergie, drehten sich Ende 2024 insgesamt 4.103 Windräder mit 8.988 MW elektrischer Leistung; nur Niedersachsen verfügt über mehr Kapazität (12.950 MW). Der Netto-Zubau von 335 MW im letzten Jahr erhöhte die in der Mark installierte Leistung um gut drei Prozent. Auch Brandenburg blieb damit unter dem Zubauvolumen von 2023 (322 MW).

Der Rotor einer Windkraftanlage dreht sich vor blauem Himmel mit Schönwetterwolken.
Brandenburg zählt bei der Erzeugung von Windstrom zu den führenden Bundesländern. Die neue Landesregierung will an bisherigen Ausbauzielen festhalten. Foto: iStock, Frank Wagner

Brandenburgs Ende 2024 neu gebildete Koalitionsregierung aus SPD und BSW bekennt sich im Koalitionsvertrag zum weiteren Ausbau der Windenergie und zur Energiestrategie der Vorgängerregierung. Bis 2030 sollen demnach rund 11.500 MW Windenergie in Betrieb sein. In der Lausitz will die Koalition vorzugsweise Industrie- und Tagebaufolgeflächen für den Ausbau nutzen.

Bundesweit sollen bis 2030 insgesamt 115.000 MW Windenergieleistung installiert sein. Der Zubau im Jahr 2024 blieb unter dem für das Erreichen dieses Ausbauziels als nötig errechneten Volumen.

Um die Ziele zu erreichen, muss der Windenergieausbau forciert werden. Windenergieverbände mahnen dafür zügigere Genehmigungen und einen verstärkten Stromnetzausbau an. Auch um Akzeptanz muss geworben werden. In Städten und Gemeinden soll sie durch finanzielle Beteiligung von Kommunen an Windenergierädern erreicht werden. Musterverträge für kommunale Beteiligungen sind auf dem Energieportal Brandenburg verfügbar.

Gute Aussichten für weiteren Ausbau

Die Akzeptanz für Windenergie stärken soll auch eine Ende Januar verabschiedete Gesetzesänderung, die auf eine bessere Steuerung des Windenergieausbaus abzielt. Sie unterbindet, dass außerhalb ausgewiesener Windenergiegebiete über so genannte Vorbescheide Flächen für Windräder gesichert werden, die langfristig nicht zur Verfügung stehen. Auch kommunale Spitzenverbände hatten sich dafür ausgesprochen.

Zuversichtlich im Hinblick auf den Windenergieausbau stimmen Rekordwerte bei der Genehmigung neuer Windräder. Insgesamt wurden im letzten Jahr 2.405 Windenergieanlagen mit 14.056 MW Leistung genehmigt – so viele wie nie zuvor. Die Windenergiebranche will damit in den nächsten Jahren deutlich mehr Anlagen bauen.

Erneuerbare Stromerzeugung
in Deutschland 2024

Erzeugungsleistung in
Megawatt (MW)

Die Tabelle listet die erneuerbare Stromerzeugung durch Windenergie und Photovoltaik in Deutschland für das Jahr 2024 auf. Die Erzeugungsleistung in Megawatt wird für das Bundesland Brandenburg gesondert aufgeführt.

Installierte Windenergie an Land zum Jahresende

63.538

davon in Brandenburg

8.988

Netto-Zubau 2024

2.558

davon in Brandenburg

335

Installierte Photovoltaik zum Jahresende

99.198

davon in Brandenburg

7.942

Netto-Zubau 2024

16.179

davon in Brandenburg

1.321

Quelle: Bundesnetzagentur

Auch bei der Photovoltaik (PV) in Deutschland ging es 2024 spürbar voran: Gut 16.000 MW Solarleistung gingen laut Bundesnetzagentur neu in Betrieb – so viel wie noch nie und deutlich mehr als 2023. Die installierte PV-Leistung summierte sich zum Jahreswechsel auf knapp 100.000 MW.

PV-Anlagen speisten 63,3 Milliarden Kilowattstunden Solarstrom ins Netz ein. Der Anteil der Photovoltaik an der Stromerzeugung lag bei gut 14,5 Prozent. In Brandenburg kamen 2024 rund 1.321 MW PV-Leistung neu dazu. Ende 2024 waren insgesamt 7.942 MW am Netz. Damit liegt Brandenburg bei PV unter den Bundesländern an fünfter Stelle.

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Foto von Katharina Priessnitz

Katharina Priesnitz

Public Affairs & Energiepolitik